Inhalt
Zum Tod des 16-jährigen Asmir: Gedenk- und Begegnungsstätte eingerichtet
Seit Samstagmorgen früh ist für viele Menschen in unserer Gemeinde das Leben nicht mehr wie vorher. Wenn ein Kind aus dem Leben gerissen wird, so ist das für die Eltern und die Familie wohl das Schlimmste, was passieren kann. Alle Menschen können erahnen, welcher Schmerz, welche Trauer, welche Verzweiflung Mutter, Vater, Geschwister fühlen müssen.
Hinzu kommt, dass die Umstände besonders tragisch sind: Nach einigen Stunden feiern erleben die schulentlassenen Schülerinnen und Schüler ein Trauma sondergleichen. Sehr viele junge Menschen quälen sich mit der Frage, was passiert wäre, wenn sie sich anders verhalten oder reagiert hätten. Damit nehmen sie völlig unberechtigt Verantwortung auf sich, die sie nicht haben oder hatten.
Der Tod eines Menschen – egal ob jung oder alt – ruft bei seiner Familie, Freunden und Bekannten das Bedürfnis hervor, gebührend Abschied nehmen zu können. Weil Asmir in Luzern beerdigt wurde und noch längst nicht alle an der Beerdigung teilnehmen konnten, welche Asmir nahestanden oder welche das Bedürfnis haben, ihrer Trauer oder Bestürzung Ausdruck zu geben, hat der Gemeinderat auf dem Schulhausareal beim Brunnen im Rasen für die Dauer der Schulferien eine Gedenk- und Begegnungsstätte eingerichtet. Morgen Donnerstag findet dort um 19.00 Uhr ein gemeinsames Gedenken an Asmir statt, geleitet von Guido Gassmann.
Weil die Umstände des Todes von Asmir noch unklar sind, werden auf den sozialen Medien Anschuldigungen verbreitet. So verständlich die Ungeduld der Jugend ist und sie rasch Klarheit haben möchte, was genau passiert ist, so geduldig müssen sie sein. Die Staatsanwaltschaft klärt den Sachverhalt seriös ab, und das braucht Zeit.
Der Gemeinderat Menznau ruft alle Betroffenen und Involvierten dazu auf, in dieser schwierigen Zeit das Gemeinsame in den Mittelpunkt zu stellen. Der Tod von Asmir soll nicht Anlass sein, Menschen gegeneinander auszuspielen. Deswegen soll niemand vermeintliche oder bestehende Unterschiede betonen. Vielmehr soll er uns daran erinnern, was uns verbindet. Asmir war Teil unserer Gemeinschaft. Er lebte mitten unter uns, begegnete den Menschen offen und respektvoll. Wo andere Grenzen oder Gräben wahrnehmen, hat er Verbindungen geschaffen und Brücken gebaut. Sein Leben steht für Zusammenhalt. Daran sollten wir uns orientieren. Als Menschen trauern wir mit der Familie und den Freunden von Asmir.
